energiebereitstellung der muskulatur

Energiebereitstellung der Muskulatur

Heute erklären wir dir, woher deine Muskulatur ihre Energie bekommt. So wirst du verstehen, wann du welche Energiequelle nutzt und warum manche Art von Belastung dich schneller ermüden lässt als andere.

Um dir das ganze ein wenig bildlicher zu erklären, benutzen wir als Vergleich einen altmodischen Heizofen.

Hinweis der Redaktion:
Der aufgeführte Vergleich ist deutlich vereinfacht und dient nur der bildlichen Darstellung, warum wir wann verschiedene Energieträger nutzen. Eine ausführliche Betrachtung von der anaerob-alaktaziden und der anaerob-laktaziden Energiegewinnung, der aeroben Glykolyse und der aeroben Lipolyse gibt es demnächst für Interessierte, in einem weiterführenden Artikel im gelben/roten Bereich.

Phase 1:

Im Ofen: Papier + Spiritus
Wenn man einen Ofen anheizen möchte, soll das schnell gehen, also greift man zu leicht entflammbaren Stoffen wie z.B. Papier und etwas Spiritus.Beides brennt schnell, lodert kurz auf und erlischt sehr schnell wieder. Wir haben leider nicht sehr viel Papier und müssen sparsam damit umgehen!

Im Muskel: Kreatinphosphat + ATP
Auf den Muskel übertragen wird dort Kreatinphosphat und ATP (Adenosintriphosphat) benutzt. Es ist sehr schnell verfügbar, die Speichergröße des ATP lässt allerdings nur eine Nutzung von ca. 3 Sekunden zu, dann ist der Speicher vorerst erschöpft.

Phase 2:

Im Ofen: Holz + Papier
Um langfristig Wärme oder Energie aus der Flamme zu ziehen, braucht man einen zweiten Brennstoff, hier ist das Holz. Das Feuer hält so länger und gibt viel Wärme ab. Achtung: Wenn wir es zu schnell mit Holz versorgen, entsteht dabei zu viel Asche und Ruß, wir sollten also nur nach und nach Holz in den Ofen legen. Wir legen ab und zu immer noch etwas Papier hinzu, um möglichst alle Holzteile zum Brennen zu bekommen. Wir haben einiges an Holz und können eine lange Zeit damit heizen.

Im Muskel: Kohlenhydrate + ATP
Dein Muskel benutzt in dieser Phase Kohlenhydrate (Glykogen), die dir viel Energie geben. Bei intensiver Belastung entsteht dabei allerdings ein Abfallprodukt, die Laktatsäure. Sobald die Muskulatur durch die Laktatsäure übersäuert wird, müssen wir die Leistung reduzieren oder eine Pause machen. Der Körper erzeugt währenddessen langsam weiteres ATP, das wir als Brennstoff nutzen können. Der Vorrat an Glykogen ist relativ groß und kann dich über lange Zeit hinweg mit Energie versorgen.

Phase 3:

Im Ofen: Holz und Kohle
In dieser Phase benutzen wir deutlich weniger Holz, und nahezu kein Papier mehr. Wir fügen einen neuen Brennstoff hinzu, die Kohle! Die glüht unglaublich lange und es entsteht dabei wenig Ruß und kaum Asche. Durch langsames Hinzufügen von mehr Kohle, kann dieses Feuer fast unendlich lang brennen, da dein Vorrat an Kohle sehr groß ist.

Im Muskel: Glykogen + Fett
Während dir immer weniger Glykogen zur Verfügung steht, stellt der Körper deiner Muskulatur einen weiteren Energieträger bereit, das Fett. Dieser Energieträger kann dich durch seine Größe fast unendlich (80kg Sportler mit 12% Körperfett ca. 70.000 kcal Reserve) mit Energie versorgen. Bei diesem Vorgang wird nur sehr wenig ATP neu gebildet. Der Anteil an Fett, welcher zur Energiegewinnung verbraucht wird, wird mit der Dauer der Belastung immer höher, der Anteil an Glykogen immer niedriger (siehe Grafik unten).

Substrate

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