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Aspartam – Süßer Tod? – Teil 1

ASPARTAM, alleine schon die Erwähnung des Namens treibt einigen Menschen den Schweiß auf die Stirn. Egal, ob in diversen Zeitungsartikeln, Online-Journalen oder Gesundheitsforen, immer wieder wird auf die Gefährlichkeit bzw. die Ungefährlichkeit von Aspartam hingewiesen. Aber wie sehen denn nun die echten haltbaren Fakten zu Aspartam aus? Unsere Artikelserie zum Thema Aspartam wird dir völlig unabhängig aufzeigen, ob der Süßstoff Aspartam wirklich gefährlich für dich ist.

Zuerst einmal klären wir dazu eine wichtige Frage:

Was ist Aspartam?

Aspartam ein synthetischer Süßstoff, aber woraus besteht er genau?
Aspartam ist ein Di-Peptid der Aminosäuren:
L-Phenylalanin = proteinogene α-Aminosäure
L-Asparaginsäure = proteinogene α-Aminosäure

Die beiden Aminosäuren sind in üblichen Mengen harmlos, Ausnahmen sind Menschen mit Phenylketonurie auch abgekürzt PKU genannt. Beide Aminosäuren finden sich in vielen tierischen bzw. pflanzlichen Eiweißquellen, z.B. in jedem Proteinshake, in hohen Mengen. Sie können also, für gesunde Menschen, soweit nicht problematisch sein. Wenn sie es wären, dann wären fast alle hochwertigen Proteinquellen gesundheitlich bedenklich.
Bei Erkrankungen wie der Phenylketonurie aber kann z.B. die Aminosäure Phenylalanin problematisch werden. Die Chance, dass diese Dosierung durch aspartamreiche Lebensmittel wie Light-Getränke erreicht wird, ist aber deutlich niedriger als mit anderen Lebensmitteln. (1)
Beispiel (2) (7):

Asparaginsäure

1 Glas (250ml) Light-Getränk = 66mg
100g Hühnerfleisch (roh) = 1125mg
200ml Milch = 1080mg
30g MolkenProteinpulver = 2400mg

Phenylalanin

1 Glas (250ml) Light Getränk = 82,5mg
100g Huhn (roh) = 850mg
200ml Milch = 360mg
30g Molkenproteinpulver = 680mg
100g Schweinefleisch (roh) = 881mg
100g Reis (ungeschält) = 410mg
100g Kürbiskerne = 1733mg

Die obigen und all unseren weiteren Rechenbeispiele basieren auf dem maximal zugelassenen Aspartamwert von 600mg/Liter, die exakte Menge des enthaltenen Aspartams wird von den Herstellern nicht offiziell bekannt gegeben. Auf unsere Nachfrage schrieb uns die Firma Sinalco:

Wir verwenden marktübliche Süßstoffkombinationen, die in der Branche seit vielen Jahren bei kalorienreduzierten Getränken eingesetzt werden. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir Ihnen die genauen Mengen nicht nennen können, weil wir damit einen Teil unserer geheimen Rezepturen preisgeben würden.” (3)

Hier befinden sich in üblichen Lebensmitteln deutlich höhere Dosen, und trotzdem stehen diese Lebensmittel nicht in dem Ruf, gesundheitsschädlich zu sein.

Bei der Aufspaltung von Aspartam im Körper ensteht jedoch ein weitaus problematischerer Stoff, das Methanol, auch Methylalkohol genannt.

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Dieser einfache Alkohol kann in hohen Dosen giftig, und sogar tödlich sein. Aber wieviel Methanol, ist in mit Aspartam gesüßten Getränken? Und gibt es noch andere Lebensmittel die Methanol enthalten? Ja!

Viele Lebensmittel, vor Allem Obst, Gemüse und Säfte daraus, enthalten viel Methanol. Unten ein Diagramm, das dir aufzeigt, wieviel Methanol ein solcher Saft enthält. Zum Vergleich steht an erster Stelle ein mit Aspartam gesüßtes Getränk mit dem maximalen Aspartamgehalt (600mg/Liter):

MethanolAbbildung 1. Methanol in Lebensmitteln

Auch uns haben diese Werte ein wenig überrascht. Bei diesem Vergleich haben wir wieder mit dem Höchstwert an Aspartam gearbeitet und trotzdem war der Methanolgehalt vergleichsweise niedrig. Andere Lebensmittel, wie zum Beispiel die Banane, enthalten ebenfalls Methanol. Eine normale Banane enthält mehr Methanol als ein Glas mit Aspartam gesüßtem Getränk. (6)

Um das Problem, das von diesem Alkohol ausgeht, genauer einschätzen zu können, müssen wir erstmal wissen, wieviel Methanol wirklich schädlich ist, beziehungsweise wie hoch der erlaubte Grenzwert ist. Aber vor Allem müssen wir wissen, wie viel Methanol bei der Aufspaltung von Aspartam im Körper entsteht.

Die Grenzwerte:

Der in der EU gültige Grenzwert für Aspartam liegt bei 40mg/kg Körpergewicht, das entspricht 4mg Methanol pro kg/Körpergewicht. Das ist der Grenzwert für dauerhaften und absolut unschädlichen Konsum! Die von der Toxikologie (Giftkunde) angegebene, unterste Grenze für die Schädlichkeit von Methanol, liegt bei 100mg/kg Körpergewicht. (4)
Wie du also siehst, liegt zwischen dem EU Grenzwert und der Grenze für eine gesundheitliche Schädlichkeit der Faktor 25, man müsste also den Grenzwert um das 25fache überschreiten, um überhaupt in einen problematischen Bereich zu gelangen . (1) (4)

Aber was heißt das in der Praxis?

Wie wahrscheinlich ist ein Erreichen dieses EU-Grenzwertes für dich als Konsument?
Wir werden dir jetzt ein paar Zahlenspiele präsentieren, wie realistisch eine Gefahr für dich ist.

Die Maximalvariante:

Der Methanolanteil von Aspartam beträgt 10%, nimmt man also den erlaubten Maximalwert von 600mg/Liter Getränk erhält man 60mg Methanol pro Liter. Wenn man also den EU-Grenzwert von 4mg/kg Körpergewicht Methanol (40mg Aspartam) nimmt, müsste ein 75kg schwerer Mann täglich 5 Liter Light-Getränke konsumieren. Das hätte aber immer noch keine negativen Auswirkungen (siehe oben). Um an die erwähnte Grenze für gesundheitliche Schädlichkeit zu kommen, wären wir schon bei 125 Liter, eines mit der Höchstmenge an Aspartam gesüßten Getränkes!

Fazit:

Wenn Hersteller den Maximalwert an Aspartam benutzen, kann man es schaffen den EU-Grenzwert zu knacken. Die Gefährlichkeitsgrenze wird unerreichbar bleiben!

Die realistische Variante:

Heutzutage benutzen die Hersteller zur Geschmacksoptimierung, häufig mehrere Süßstoffe in ihren Produkten und auch wenn sie das nicht tun, liegen die Getränke teilweise deutlich unter dem erlaubten Höchstwert von 600mg Aspartam pro Liter. Auch wenn die genaue Rezeptur geheim bleibt, sind gerade im amerikanischen Raum zuverlässige Zahlen im Umlauf, die zum Beispiel von der Harvard University im Rahmen der Diabetesforschung veröffentlicht wurden (5). Nimmt man einige Getränke aus der Liste, dann kommt man auf deutlich weniger Wahrscheinlichkeit die Grenzwerte zu sprengen. Dort sind es teilweise nur 200mg, oder sogar weniger, Aspartam in einem Liter Getränk. Dementsprechend bräuchte man schon mindestens 15 Liter Aspartam Getränk täglich, um den EU-Grenzwert zu erreichen. Für die Schädlichkeit lägen wir hier schon bei 375 Litern.

Fazit:

Große Zahlen, die im Falle der 15 Liter im echten Leben von kaum einem Konsumenten unbewusst erreicht werden können, von den 375 Litern ganz zu schweigen.

Wie du siehst, ist es, wenn man den Grund für die eventuelle Problematik von Aspartam kennt, möglich die Gefahr realistisch einzuschätzen. Wenn du die Zahlen ganz nüchtern siehst, und dir anhand unserer Beispiele vor Augen führst, kannst du die Frage, ob Aspartam für dich als akzeptabler Zusatzstoff in Frage kommt, selbst beantworten.

Im nächsten Teil unserer Aspartam Reihe werden wir uns mit den Gerüchten und falschen Eigenschaften, die Aspartam angelastet werden, beschäftigen. Wir hoffen dir hat dieser Artikel gefallen. Wir würden uns freuen, wenn du uns bei Facebook ein “gefällt mir” hinterlassen würdest, damit du immer über die neusten Artikel von Code-Fitness informiert wirst.

Fakten:

Obergrenze für die Aspartammenge pro Liter Getränk = 600mg
EU-Grenzwert für die tägliche Aufnahme an Aspartam = 40mg/kg Körpergewicht
Grenzwert für die Giftigkeit von Methanol = 100mg/kg Körpergewicht

Hast du Fragen oder Anregungen? Dann schreib diese hier in die Kommentare oder in unsere Facebook-Supportgruppe. So können wir dir bei deinen Fragen schnell weiterhelfen.

Quellen:
(1) http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/3496.pdf
(2) medunigraz.at
(3) Zitat aus der Mail der Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG auf Nachfrage unseres Autors Stefan Janke, wieviel Aspartam in den einzelnen Sinalcoprodukten enthalten sei vom 24.01.2015
(4) B. Madea, B. Brinkmann: Handbuch gerichtliche Medizin, Band 2. Verlag Springer
(5) Franz, Mary MS, RD, LD. Diabetes Self-Management, „AMOUNTS OF SWEETENERS IN POPULAR DIET SODAS“ http://static.diabetesselfmanagement.com/pdfs/DSM0310_012.pdf
(6) http://thetruthaboutstuff.com/pdf/%2833%29%20Methanol%20Content%20of%20Fruit%20Juices.pdf
(7) Nährstoffdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums, 22. Ausgabe
Quellen für die Grafik:
(8) http://thetruthaboutstuff.com/pdf/%2833%29%20Methanol%20Content%20of%20Fruit%20Juices.pdf
Aspartambericht der Efsa(1) und Daten der Medizinischen Universität Graz(2)